KomDiM Philosophie und Diversity-Verständnis

Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt

 

 

Diversity Management als Strategie gewinnt an Hochschulen zunehmend an Bedeutung. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Diversity Management die Steuerung von Vielfalt. Bezogen auf die Geschichte des Konzeptes meint es noch mehr: Die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt. Denn: Soziale Vielfalt ist Realität. Soziale Normen, die implizit und explizit in Institutionen und Organisationen den "Normalbürger" kreieren, werden mehr denn je hinterfragt und aufgebrochen. Wir als KomDiM-Initiatorinnen und Initiatoren haben uns deshalb entschieden, unser Diversity Management-Konzept frei von fixe Definitionen zu formulieren. Das Verständnis von Diversity Management einzelner Fachrichtungen unterscheidet sich stark. Auch innerhalb der Fächer wird es kontrovers diskutiert. Wir unterstützen die Entstehung einer gemeinsamen Diskussion unterschiedlicher Richtungen mit fachlichen Hintergründen und mit jeweils eigenen Diversity-Definitionen. Diversity soll hier gelebt werden. KomDiM hat sich auch zur Aufgabe gemacht, alle Expertinnen und Experten miteinander zu vernetzen, die mit Aspekten der Vielfalt zu tun haben. Dies kann nur dann funktionieren, wenn man auch die Heterogenität der Ansätze und Definitionen berücksichtigt und so Kompetenzentwicklung für Diversity Management in Studium und Lehre fördert. Als Zentrum ist es uns wichtig, dass es immer um die Gesamtbetrachtung und die Verschränkung von sozialen Merkmalen und Zuschreibungen geht. Ob Geschlecht, sozialer Status oder Migrationshintergrund: Merkmale von Diversität sind im Gesamten zu betrachten. Die drängende Frage ist, wie in gemeinsamer Expertise das System Hochschule für den Umgang mit den Individuen und Gruppen unterstützt werden kann, die in ihr noch immer fremd sind.

 

 

Chancengerechtigkeit in Bildungseinrichtungen

Bekannt wurde die Strategie im deutschsprachigen Raum v.a. durch Diversity Management-Initiativen großer Unternehmen. Während in Unternehmen durch diese Strategie Vielfalt vor allem gewinnbringend zu nutzen ist, spielt in Bildungseinrichtungen der Aspekt der Chancengerechtigkeit eine zentrale Rolle. Nach wie vor produzieren vor allem Hochschulen soziale Ein- und Ausschlüsse in Bezug auf Geschlecht, Bildungshintergrund der Einzelnen oder ihrer nationalen Herkunft und/oder physischen und psychischen Belastbarkeit.

Integration von Diversitätsaspekten an Hochschulen in NRW

Die Hochschulen in NRW haben zum Teil bereits unterschiedliche Perspektiven zur Integration von Diversitätsaspekten entwickelt. Einige konzentrieren sich auf die Personalentwicklung, andere auf Analyseinstrumente, weitere auf die Programmentwicklung für neue Zielgruppen. Ansätze, Erfolge und Konzeptarbeit sollten für die zukunftsfähige Entwicklung des Hochschulraums in NRW genutzt werden können.

Im Wesentlichen geht es darum Studienbedingungen zu verbessern oder Übergänge zwischen Schule, Beruf und Hochschulen flexibler zu gestalten. Karrierechancen in und außerhalb der Wissenschaft sollen auf dem Prinzip der Leistung und nicht der Herkunft beruhen.

Sensibilisierung für den Umgang mit heterogenen Gruppen

Die Vielfalt von Studierenden, also ihre unterschiedlichen Bildungswege, sozialen und kulturellen Hintergründe werden als Bereicherung für die Hochschule und nicht als Hindernis gesehen. Vielfalt spielt auch in Bereichen außerhalb der Hochschule eine zentrale Rolle. Es ist daher von großer Bedeutung, den Studierenden nicht nur Chancengerechtigkeit zuzugestehen, sondern sie bereits im Studium für den Umgang mit heterogenen Gruppen und deren Belangen zu sensibilisieren.

Das Zentrum konzentriert sich bei der Kompetenzentwicklung im Diversity Management auf das Zusammenwirken der fünf Diversity-Dimensionen Bildungshintergrund, Kultur, Gender, Migration sowie physische und psychische Belastbarkeit. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Interessierten und Beteiligten Chancengerechtigkeit real zu verankern.

Zentrum für Kompetenzentwicklung für Diversity Management in Studium und Lehre an Hochschulen in NRW | E-Mail info[at]komdim.de | Impressum | Datenschutz | Sitemap
Ein Projekt der Universität Duisburg-Essen und der Fachhochschule Köln. Teilkooperation mit der Hans Böckler Stiftung. Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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