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Dr. René Krempkow

Dr. René Krempkow:
Leistungsanreize für Hochschulen und Diversität: Warum wir für diversitätsgerechte Lehre nicht allein auf Projektförderungen bauen sollten...

Der Wissenschaftsrat hat bereits 2010 eine stärkere institutionelle Differenzierung von Hochschulen gefordert. Im Rahmen der Bestrebungen zur Profilbildung von Hochschulen wird dies als möglicher Wettbewerbsvorteil angesehen und in diesem Zusammenhang vorgeschlagen, dass Hochschulen ihre Angebote mehr als bisher auf vielfältige Zielgruppen ausrichten; z.B. ausländische Studierende, Studierende ohne formale Hochschulzugangsberechtigung/nichttraditionelle Studierende oder Teilzeit­studierende. Viele Hochschulen haben mittlerweile auch Aktivitäten in diese Richtung bzw. übergreifend zum Diversity Management unternommen. Dies ließe künftig in noch größerem Ausmaß als aktuell erwarten, dass Studierende mit verschiedenen Vorstellungen, individuellen Zielen und mit unterschiedlichen Voraus­setzungen an die Hochschulen kommen. Bisher erfolgen Maßnahmen zur Förderung diversitätsgerechte Lehre allerdings fast ausschließlich auf der Basis von Projekt­förderungen, deren Ende absehbar ist. Bei der regulären Hochschulfinanzierung findet die Diversität der Studierenden kaum Berücksichtigung. Daraus ergibt sich für eine nachhaltige Sicherung des Erreichten und dessen Weiterentwicklung die Frage: Wie können in einem immer stärker leistungsorientierten Wissenschaftssystem die aus der Entscheidung von Hochschulen für oder gegen bestimmte Ziel­gruppen resultierenden Folgen beispielsweise für die Absolventenquote entsprechend berücksichtigt werden?

Im vorgeschlagenen Beitrag wird vor diesem Hintergrund erstens der Ansatz der Klassifikation von Hochschulen in verschiedene „Leistungsklassen“ reflektiert (U-Map-Klassifikation europä­ischer Hochschulen. Im zweiten Teil wird mit einem bisher kaum rezipierten australischen Modell eine über Klassifizierungen hinausgehende Alternative eingeführt. Die Funktionsweise des Modells wird an einem Beispiel vorgestellt. Auf dieser Basis wird drittens in Auseinandersetzung mit den Vor- und Nach­teilen der beiden vorgestellten Vorgehensweisen diskutiert, ob sich eine Adaptierung dieses Ansatzes in Deutschland lohnen könnte.

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